Analoge Heimarbeit? Offline-Jobs für Zuhause

Analoge Heimarbeit? Offline-Jobs für Zuhause

Montag, 18. Juni 2018, 13:00 Uhr Nebenverdienst

Wenn ein Arbeitnehmer hauptsächlich von zu Hause aus arbeitet und mit seinem Arbeitgeber und seinen Kollegen vornehmlich via E-Mail oder Telefon kommuniziert, so spricht man von „Remote Work“. Egal, ob E-Work, Fernarbeit, Heimarbeit oder Telearbeit, sie alle bezeichnen einen Trend, der in den Vereinigten Staaten mittlerweile bereits 2,6 Prozent aller Beschäftigten arbeitstechnisch umtreibt: Die Möglichkeit, arbeiten zu können, wo man möchte. Die Arbeit muss dabei nicht zwangsläufig in den eigenen vier Wänden erfolgen. Das mobile Büro erlaubt auch eine Arbeit im Garten oder sogar an irgendeinem entfernten Strand – vorausgesetzt, es gibt einen Internetzugang. Doch nicht jeder Nebenverdienst bzw. jede Einkunft aus einem „Remote-Job“ muss an eine Online-Tätigkeit gebunden sein. Schließlich gibt es auch zahlreiche Erwerbsquellen im Offline-Bereich – um nicht zu sagen im „Real Life“.

Küchenkreationen
Auch so mancher Caterer hat klein angefangen: Durch das gelegentliche Verkaufen der eigenen Küchenkreationen.
© RitaE / pixabay.com

Generation Y hat den Arbeitsmarkt revolutioniert. Ihr Streben nach selbstbestimmtem Arbeiten führte zu zahlreichen neuen Arbeitsmodellen. Das Prinzip der „Gig Economy“ gilt heutzutage fast weltweit als Schablone für zahlreiche alternative Beschäftigungsmodelle. Doch ist Heimarbeit nicht in jeder Branche üblich. Das jeweilige Tätigkeitsspektrum des Arbeitgebers bestimmt auch darüber, ob die Arbeit zu Hause komplett oder nur teilweise erledigt werden kann. In Berufen, in denen überwiegend designt, geschrieben, lektoriert, programmiert oder telefoniert wird, kann bei vielen deutschen Agenturen und Unternehmen bereits im Home-Office gearbeitet werden. Grundbedingung ist hierfür, dass die Arbeitenden über das nötige Selbstmanagement und die nötige Grundausrüstung verfügen. Da bei der Heimarbeit direkte äußere Kontrollinstanzen wegfallen, muss der Arbeitnehmer mehr denn je seinen Arbeitsalltag strukturieren können.

Nicht jede Heimarbeit eignet sich für jeden Menschen gleichermaßen. Wer noch unschlüssig ist, welcher Job am besten zu ihm passt, findet hier spannende Ideen. Vorher sind jedoch folgende Fragestellungen zu klären. Erstens: Welche Stärken und Schwächen bringt der jeweilige Jobsuchende mit sich? Eine Tätigkeit, die zum Beispiel zusätzliche Energien freisetzt, lässt sich selbstverständlich leichter bewerkstelligen und generiert somit mehr Einnahmen als vermeintlich lästige Jobs. Zweitens: Wer höhere monatliche Ausgaben hat, sollte sich eine Arbeit suchen, welche diesen finanziellen Ansprüchen gerecht zu werden vermag. Wer beispielsweise an einem Buch schreibt, wird erst in ferner Zukunft mit Tantiemen rechnen können – sofern dieses überhaupt von einem Verlag veröffentlicht wird. Drittens: Der Zeit-Faktor: Heimarbeit dauert für gewöhnlich länger als veranschlagt. Es lohnt sich daher, sein maximales Zeitfenster zu kennen. Zu guter Letzt gilt: Nicht jeder arbeitet gerne mit dem Computer und nicht jeder möchte stattdessen klassischen Alternativjobs nachgehen – wie zum Beispiel dem Nachhilfe geben. Es geht aber auch anders. Zu den ungewöhnlichsten Offline-Jobs gehören:

  • Handwerksarbeit verkaufen: Wer gerne bastelt, näht, strickt oder sonstigen Handwerksarbeiten nachgeht, wird sich freuen. Es ist möglich, selbst Gebasteltes, Genähtes bzw. Gestricktes gewinnbringend zu verkaufen – und das auch offline. Unabhängig davon, ob es sich um Grußkarten, Kleidungstücke oder etwa Taschen handelt, die Absatzmärkte sind bunt und vielfältig – nicht nur wenn die Weihnachtszeit naht. Wer seine Produkte nicht auf Online-Plattformen vermarkten möchte, kann sich auch beim nächsten Floh- bzw. Trödelmarkt oder bei der nächsten örtlichen Festivität mit denselbigen einen Namen machen. Auch die Veröffentlichung eines Handarbeitsbuchs zusammen mit einem Verlag kann, sofern die eigene Arbeitsweise oder das eigene Produkt eine sogenannte „Unique Selling Proposition“ aufweist, in Erwägung gezogen werden. Übrigens: Unter Handwerksarbeit können auch selbst gemachtes Bier und Süßspeisen verstanden werden.
  • Produkte testen: Ja, diesen Job gibt es wirklich und er ist nicht nur einwandfrei seriös, sondern auch sehr begehrt. Vor der Markteinführung eines neuen Produktes verlassen sich viele Hersteller-Unternehmen nicht nur auf die Ansichten von professionellen Meinungsforschern, sondern benötigen auch die Rückmeldung von normalen Kunden, welche die jeweiligen Artikel in ihrem alltäglichen Leben nutzen. Egal, ob Elektrogeräte, Lebensmittel, Kosmetika, Putzmittel oder Spielzeug, ein Produkttester bekommt für gewöhnlich neue Produkte als Erster zugeschickt. Hierfür ist zwingend notwendig, dass der Produkttester mit dem jeweiligen Produkt auch etwas anfangen kann. Schließlich ist nur in diesem Falle ein qualifiziertes Feedback vonseiten des Testers und somit eine Produktverbesserung durch den Hersteller möglich. Dieses erfolgt im Rahmen von Fragebögen, die auszufüllen sind. Ein positiver und gewollter Nebeneffekt: Die Produkttester reden üblicherweise über die neuen Waren und machen diese wiederum in ihrem sozialen Umfeld bekannt. Dies gilt insbesondere für neu auf dem Markt erschienene Produkte.
  • Tagesmutter oder Tagesvater sein: Jedermann weiß, dass man durch das Hüten von Haustieren Geld verdienen kann. Doch dasselbe geht auch mit dem Hüten von bis zu fünf Kindern. Dabei geht es jedoch nicht um eine kurzweilige Beschäftigung der Kleinen, sondern um eine ganzheitliche und nachhaltige Fürsorgetätigkeit, die mit dem Zubereiten von gesunden Speisen beginnt und über eine kindgerechte Förderung bis hin zum Erziehungsersatz für die Eltern bei deren Abwesenheit reicht. Tagesmutter bzw. Tagesvater kann daher nur werden, wer die strengen Voraussetzungen erfüllt. Dazu zählt nicht nur eine ausgesprochene physische und psychische Belastbarkeit.

Grundsätzlich sollte klar sein: Wer eine gut bezahlte Vollzeitbeschäftigung im Sinne hat, sollte entweder die Selbstständigkeit oder das Arbeitsmodell des Home-Office bei einem konkreten Arbeitgeber anstreben. Auf diese Weise sichert sich der Arbeitnehmer ein festes und regelmäßiges Einkommen und verliert weder Energie noch Zeit durch fortwährende Preisverhandlungen mit einzelnen Arbeitgebern und Kunden. Wer hingegen lediglich mit ein paar einfachen Klicks im Internet ein kleines finanzielles Zubrot verdienen möchte, kommt hier auf seine Kosten.

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