Wenn aus einem Nebenverdienst der Hauptjob wird

Wenn aus einem Nebenverdienst der Hauptjob wird

Montag, 04. November 2019, 11:51 Uhr Nebenverdienst

Ein Nebenerwerb im Netz und von zu Hause aus ist weder eine Seltenheit noch sonderlich schwer. Natürlich gibt es Optionen, die nie auf Dauer ausgelegt sind. Wer einmal ausmisten oder das Hab und Gut der verstorbenen Großmutter verkaufen möchte, der plant keinen dauerhaften Erwerb mit der Tätigkeit. Weitere Möglichkeiten zum Geld verdienen sind zwar zu Anfang schwer, doch können sie sich zu einem lukrativen Business entwickeln. Dieser Artikel stellt drei Möglichkeiten vor.

Online-Business
Abbildung 1: Wenn der kleine Online-Nebenjob zum Haupterwerb wird.

Blog starten

Zwar ist die Blogkultur in Deutschland längst nicht so ausgeprägt, wie in den USA, dennoch ist es möglich, mit dem Blog aufzusteigen und zu einem Influencer zu werden. Damit das gelingt, ist allerdings viel Arbeit und auch Wissen nötig. Nicht nur muss der Blog einem klaren Thema zugeordnet sein, der Blogger muss sich auch vernetzen und den Blog bekannt machen. Oftmals ist das nur machbar, wenn auf mehreren Schauplätzen zugleich gespielt wird:

  • Blog – er ist die Hauptseite. Hier werden nicht nur die ersten Informationen herausgegeben, er wird auch mit allen weiteren Kanälen verlinkt. Das ist wichtig, damit letztendlich ein Gesamtbild entsteht.
  • Social Media – ohne diese Seiten wird kein Blog zum Influencer. Das Problem: Zahlbereite Unternehmen und Partner sind an Followern und Nutzern interessiert. Die angezeigten Aufrufe eines Blogs sind weniger aussagekräftig als die Follower auf Facebook, Instagram oder die Follower und Aufrufe auf YouTube.

Es ist schwer zu sagen, wann und ob ein Blog erfolgreich wird. Oft sind es echt Zufälle, beispielsweise, weil ein gerade angesagter Star eben diesen Instagram-Account liked oder ein YouTube-Video empfiehlt. Wer es geschafft hat, der kann auf verschiedenen Wegen Geld erhalten. Nicht nur generiert nun Werbung Einnahmen, auch bieten Firmen gerne Produkte zum Testen an, die wiederum auf dem Blog samt Nebenseiten vorgestellt und getestet werden.

Telefonverkäufer werden

Wer das Verkäufergen tief in sich verankert hat, der kann über Telefonverkäufe ein echtes Business aufbauen. Die meisten beginnen mit dem Job als Nebenjob, doch wer den Zuhörer praktisch um den Finger wickeln kann, der hat hohe Verdienstmöglichkeiten in Aussicht. Leider muss bei diesem Job ein wenig aufgepasst werden:

  • Anbieter – viele Telefonverkäufer werden über ein Unternehmen angeworben und beschäftigt. Für den Angestellten ist es egal, ob das »Ja« beim Abnehmen firmenintern schon als Zustimmung angesehen wird. Wer diesen Job jedoch in Eigenregie ausübt, der handelt in betrügerischer Absicht, wenn er jedes »Ja« als Vertragszustimmung notiert.
  • Psyche – sie sollte bei diesem Job niemals ignoriert werden. In der Regel benötigen korrekte Telefonverkäufer etliche Versuche, um auch nur zu einem eventuellen Abschluss zu kommen. Beschimpfungen, Beleidigungen oder das abweisende Verhalten der Anrufenden ist an der Tagesordnung. Zudem spielt das zu verkaufende Produkt eine Rolle. Hier gilt wieder: Solange etwas im Angestelltenverhältnis stattfindet, so ist es leicht, ein Produkt zu verkaufen, von dem der Verkäufer selbst gar nichts hält. Macht er dies aber in Eigenregie, fällt das Verkaufsgespräch wesentlich schwerer. Was wäre zum Beispiel, wenn der Telefonverkäufer Salztabletten als ultimatives Heilmittel bei Krebserkrankungen verkaufen soll?

Mit Passion gibt es bei diesem Job viel Geld zu verdienen. Allerdings müssen Telefonverkäufer in der Selbstständigkeit nicht nur verkaufen, sondern auch Verkaufsprodukte akquirieren.

Gebrauchtes verkaufen

Dies ist einer der Nebenjobs, der als solcher beginnt, sich aber zu einem echten Gewerbe entwickeln kann. Und es ist ein Job, der seine Anfänge in dem dringenden Ausmisten findet. Ob nun die Kleinkindkleidung, die der eigene, heute zehnjährige Junge, garantiert nicht mehr trägt anfangs verkauft wird oder ob das Hab und Gut eines verstorbenen Familienmitglieds veräußert wird. Die Anfänge beginnen stets mit eBay-Aktionen oder den entsprechenden Kleinanzeigen. Wenn es klappt und wenn der Spaß hinter dem Verkauf besteht, dann lässt sich daraus ein echtes Geschäft machen:

  • Antikläden – Verkäufer begeben sich natürlich selbst auf die Suche nach entsprechenden Stücken und kaufen diese zuerst aus Hausbeständen oder auf Flohmärkten auf. Gut ist, wenn nicht nur das Auge für den Wert vorhanden ist, sondern der Verkäufer auch handwerkliches Geschick mitbringt. Viele Gegenstände lassen sich weit besser verkaufen, wenn sie repariert oder aufbereitet werden.
  • Selbstgemachtes – etliche der heute florierenden Onlineshops, die hausgemachte Seifen, Duftzubehör oder Kerzen anbieten, haben ihren Anfang in dem simplen Versuch. Wer sich selbst kreativ betätigt und etwas herstellt, das nicht nur nützlich ist, sondern einen gewissen Wiedererkennungswert hat, der kann sich ein Business aufbauen. Dazu zählen übrigens auch nachhaltige Ideen: Warum nicht alte Sachen wiederaufbereiten und einem neuen Nutzen zuführen?
  • App entwickeln – wer schon einen gewissen Erfolg hat, aber auch über das notwendige Wissen verfügt, der kann mitunter über eine eigene App weiterkommen. Mitunter erleichtern sie gar das Hauptgeschäft. Können interessierte Verkäufer ihre alten Stücke beispielsweise via App hochladen und dem Ankäufer vorstellen, ist das schon einfacher, als jeden Besitzer auf gut Glück aufzusuchen. Auch aus Selbstgemachtem lässt sich eine App-Gemeinschaft entwickeln. Vielleicht haben auch andere Personen etwas? Je nach Geschäft können die Stücke auch aufgenommen werden. Der Anbieter zahlt nun eine Gebühr, dass seine Stücke im Shop erscheinen, beziehungsweise wird vom Verkaufspreis ein Betrag abgezogen, den der Shopbetreiber einbehält.

Es gibt viele Möglichkeiten, allerdings müssen Verkäufer sich mit den rechtlichen Vorschriften befassen. Onlineshops sind stets gewerbepflichtig. Und wer Lebensmittel vertreibt, muss die zuständigen Regeln kennen und einhalten.

Online-Shop
Abbildung 2: ein eigener Online-Shop hat schon das eine oder andere große Unternehmen hervorgebracht.

Fazit – lukrative Einnahmequellen möglich

Über das Internet lassen sich sehr lukrative Einnahmequellen finden, allerdings muss eine Warnung immer beachtet werden. Sobald sich etwas vom Nebenjob in Richtung des Hauptjobs entwickelt, wird aus dem einstigen Hobby eine Pflicht. Blogger, Shopbetreiber oder Telefonverkäufer sind für sich allein verantwortlich. Meist ist es leichter, wenn sich erst der echte Erfolg einstellte, immerhin können Shopbetreiber nun Mitarbeiter einstellen, die bei Versand und Vertrieb helfen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Shopbetreiber für alles allein verantwortlich. Einfacher ist das Leben als Influencer, nur wenngleich der Weg vieler aktueller Influencer auf dem ersten Blick simpel erscheint, ist dahinter deutlich mehr Aufwand und Arbeit, als man sich vorab vorstellen mag.

Bildquellen:
  • Abbildung 1: @ Andrew Neel / Unsplash.com
  • Abbildung 2: @ Austin Distel / Unsplash.com

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